Von:
Wolfgang Blaffert

e-beten.de

Ob öffentlich oder heimlich, regelmäßig oder selten – fast alle haben es schon einmal getan. Nur mag kaum noch jemand darüber reden. Übers Beten hat sich ein Schleier der Verschwiegenheit gelegt. Manchen ist es zu persönlich, anderen peinlich. Was ist Beten eigentlich? Es ist die erste und die letzte Möglichkeit des Glaubens. Wenn uns sonst nichts mehr einfällt, bleibt uns immer noch dieser Weg. Beten ist eine uralte Handlung. Lange Zeit war es etwas so Normales wie essen oder trinken, weshalb es in Israel ursprünglich auch kein eigenes Wort dafür gegeben hat.

Beten war Rufen, Lachen, Weinen, Schimpfen, Flehen, je nach den Umständen. Die Psalmen zeichnen ein genaues Bild dieser lebendigen Gottesbeziehung. „Lehre uns beten“, bitten die Jünger, und Jesus bringt ihnen bei, so zu beten, dass jede Seite des Lebens berührt wird, im Vater unser. Beten öffnet den Himmel und bringt gleichzeitig die Erde nahe. Es schärft die Aufmerksamkeit dafür, dass wir Wesen in Beziehung sind, mit allem verbunden, von Gottes Gegenwart umgeben. Oder wie eine kluge Frau einmal zu mir gesagt hat: „Wenn ich die Hände falte, umarme ich die ganze Welt.“